Donic Acuda S1 Turbo Test: Topspinbelag für Fortgeschrittene

Die Acuda Belagreihe von Donic ist bei vielen Spielern beliebt. Der Acuda S1 Turbo ist der schnellste Belag dieser Reihe. Laut Donic handelt es sich um einen Belag für „leistungsorientierte Offensivspieler“.

Doch was genau kann dieser mittelharte, schnelle Belag? Ist er auch für Bezirksligaspieler wie mich geeignet oder nur für noch fortgeschrittene Spieler? Ich habe den Donic Acuda S1 Turbo getestet, um das herauszufinden und in diesem Testbericht findet ihr meine Meinung zu dem Belag! Zudem werde ich den Acuda S1 Turbo mit dem Tibhar Evolution MX-P sowie dem MX-P 50° vergleichen.

Überblick über den Donic Acuda S1 Turbo


FeatureDetails
MarkeDonic
ModellDonic Acuda S1 Turbo
SpielausrichtungOffensiv+
BelagartNoppen-Innen
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / max
Schwammhärte47,5° (medium-hard)
Testexemplare2,0 mm schwarz und rot

Vorteile

  • Enormes Tempo
  • Sehr viel Spin
  • Fairer Preis

Nachteile

  • Sehr schwer zu kontrollieren
  • Weniger gut für harte Schläge geeignet

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Material des Donic Acuda S1 Turbo

Der Donic Acuda S1 Turbo ist ein Belag mit einem mittelharten (47,5°) orangenen Schwamm, der ziemlich große Poren hat. Insofern ist der dem Tibhar Evolution MX-P in der 47,5° Version sehr ähnlich. Der harte MX-P hat kleinere Poren.

Donic Acuda S1 Turbo Schwamm und Obergummi Querschnitt

Das Obergummi ist matt, sehr griffig und ungefähr mittelhart. Die Noppen scheinen noch etwas kürze als beim MX-P mittelhart zu sein und einem leicht dichteren Abstand zueinander.

Donic Acuda S1 Turbo rotes Obergummi orangener Schwamm

Im Vergleich zum MX-P ist das Gewicht deutlich geringer. In der Schwammstärke 2,0 mm wiegt der auf dem Nittaku Septear zugeschnittene Belag nur rund 44 Gramm.

Testverfahren

Ich habe den Donic Acuda S1 Turbo einmal in rot und einmal in schwarz, jeweils in 2,0 mm Schwammstärke getestet. Zunächst mit dem Butterfly Harimoto ALC und später noch auf dem Nittaku Septear.

Da ich auf dem Nittaku Septear auch den Tibhar Evolution MX-P (in der Schwammstärke 1,9-2,0 mm) gespielt habe, werde ich den Acuda S1 Turbo mit diesem Belag vergleichen. Den Acuda habe ich zudem gemeinsam mit der harten Variante des MX-P (2,1-2,2 mm) getestet und werde deshalb auch diesem Belag Vergleiche ziehen.

Spieleigenschaften des Donic Acuda S1 Turbo

Erwartungen und erste Eindrücke

Ich habe mich vorher nicht mit dem Belag beschäftigt und wusste nur, dass es ein sehr schneller Belag sein soll (was man ja auch am Namen erkennt :)) Deshalb ging ich ohne große Erwartungen in den Test.

Aber direkt bei den ersten Konterbällen konnte ich spüren, dass der S1 Turbo den Zusatz „Turbo“ zurecht hat. Konterbälle waren auf beiden Hölzern ohne viel Aufwand sehr schnell. Der Acuda S1 Turbo hat zudem einen starken Katapulteffekt, weshalb es sehr einfach ist, Tempo zu erzeugen, die Kontrolle über den Schlag jedoch verringert. Der Ballabsprung scheint beim Kontern mittelhoch zu sein, etwas flacher als beim Evolution MX-P, aber höher als beim MX-P 50.

Das Gefühl am Balltreffpunkt ist gut. Vom Gefühl er ist es wirklich ein medium-harter Belag. Das Gefühl ist ähnlich wie beim normalen MX-P und deutlich weicher als beim härteren MX-P 50°.

Topspin

Aber nun direkt zum Topspin. Normalerweise fange ich beim Testen immer mit kontrollierten, weichen Topspins an, aber bei diesem Belag wollte ich sofort sehen, was er so kann und fing sofort mit schnellen, harten Topspins an.

Und das funktionierte gar nicht gut. Die Kontrolle über diese Schläge war sehr schlecht, viel schlechter als mit dem Evolution MX-P (in beiden Härtegraden). Viele Bälle gerieten mir zu lang oder auch ins Netz, wenn ich den Schlägerwinkel nicht richtig eingestellt habe. Der sehr hohe Katapulteffekt macht den Belag im schnellen Topspinspiel sehr schwer zu beherrschen.

Als nächstes versuchte ich es mit gefühlvolleren Topspins, bei denen ich den Ball deutlich zarter streifte. Und siehe da: Das funktionierte deutlich besser. Diese Topspins kamen deutlich konstanter, mit viel Spin und auch hohem Tempo, selbst bei nur kleinen Schlagbewegungen. Der Katapulteffekt macht diese Schläge sogar etwas einfacher auszuführen im Vergleich zur harten Version des MX-P, bei dem man immer eine längere, korrekte Schlagbewegung machen sollte.

Sehr wichtig war es beim Acuda S1 Turbo, die Schlagbewegung stark von hinten nach vorne und nicht von unten nach oben auszuführen. So hat der Schlag mehr Power und auch viel mehr Kontrolle.

Der Katapulteffekt erleichtert es, Topspins aus der Halbdistanz oder von noch weiter weg zu ziehen. Aber auch hier sollte man versuchen, den Ball eher mit Spin als mit Power zu schlagen. Dadurch steigt die Kontrolle über den Schlag. Der MX-P hat auch in beiden Varianten viel Power für Schläge aus der Halbdistanz, insbesondere bei der härteren Version muss man aber doch etwas mehr mit Körpereinsatz arbeiten.

Nicht falsch verstehen, auch beim Acuda S1 Turbo ist eine saubere Technik sehr wichtig, aber dennoch ist es bei diesem Belag aufgrund des enormen Katapults einfacher, den Ball auf den Tisch zu bringen, auch wenn man mal nicht komplett technisch korrekt schlägt.

Schuss

Auch bei Schüssen hatte keine so gute Kontrolle. Hier gefielen mir der MX-P in beiden Versionen besser. Die Power ist bei diesen Belägen auch sehr hoch und sie boten mir ein besseres Sicherheitsgefühl.

Block

Nun zum Block… Auch hier hat der Acuda S1 Turbo Vorteile, aber auch Nachteile. Einerseits unterstützt der Katapulteffekt dabei, den Ball zurück auf die Platte zu befördern, vor allem beim passiveren Blocken. Andererseits macht diese Dynamik des Belags ihn auch im Blockspiel sehr schwer zu kontrollieren. Schlägerwinkel, Schlagbewegung müssen schon ziemlich genau stimmen.

Insgesamt fand ich den MX-P (ebenfalls in beiden Varianten) auch im Blockspiel angenehmer und kontrollierter zu spielen. Vor allem der härtere MX-P ist durch den geringeren Katapulteffekt im aktiven Blockspiel deutlich kontrollierter und präzisier.

Aufschlag und Rückschlag

Bei Aufschlägen konnte ich mit dem Acuda S1 Turbo sehr viel Spin erzeugen, gefühlt aber etwas weniger als mit dem Evolution MX-P. Zudem war es auch schwieriger, die Aufschläge sehr kurz zu spielen.

Auch bei langen Aufschlägen muss man aufpassen, dass sie durch die Eigendynamik des Belags nicht zu weit geraten.

Fazit

Der Donic Acuda S1 Turbo ist ein interessanter Belag, der – wenn er richtig eingesetzt wird – meiner Meinung ein großes Potenzial hat und sehr gefährlich sein kann. Das Problem ist nur, dass er sich sehr anspruchsvoll spielt.

Er eignet sich vor allem für ein spinorientiertes Spiel. Bei harten Schlägen ist die Kontrolle nicht gut. Generell ist es kein fehlerverzeihender Belag und auf keinen Fall für Anfänger geeignet, sondern nur für erfahrene, fortgeschrittene sehr offensive Spieler.

Mir persönlich hat der Evolution MX-P in der medium-harten und auch der harten Version besser gefallen, da dieser für mich viel besser zu kontrollieren war.

Positiv anzumerken im Vergleich zum MX-P ist jedoch das deutlich geringere Gewicht und auch der geringere Preis.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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