Tibhar Hybrid MK: Testbericht von Lorenz Kalka (1964 TTR)

Belagart Noppen-Innen (Hybrid)
Spielausrichtung Offensiv
Schwammhärte medium-hard (48°)
Verfügbare Schwammstärken 2,0 mm / max
Verfügbare Farben Rot, schwarz, blau
Tempo
6.5
Spin
7.5
Kontrolle
8.5
Qualität
8
Haltbarkeit
7
Preis-Leistung
8
Gut
76 %
September 2023


Vorteile

  • Sehr gute Kontrolle vor allem im aktiven Spiel
  • Keine störende Katapultentwicklung
  • In der Regel genügend Tempo und ausreichend Spin

Nachteile

  • Maximale Power könnte höher sein
  • Nutzt sich im Vergleich zu Nicht-Hybrid-Belägen schneller ab

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Der Tibhar Hybrid MK ist aktuell einer der gehyptesten Beläge im Tischtennis-Universum. Laut Tibhar ist dieser Hybridbelag, der 2022 auf den Markt kam, der Nachfolger des ebenfalls sehr beliebten, aber doch recht anspruchsvoll zu spielenden Tibhar Hybrid K3, welchen wir ebenfalls getestet haben.

Der MK ist etwas weicher als der K3 und soll sich insgesamt einfacher und kontrollierter spielen als der K3. Doch stimmt das und was zeichnet den Hybrid K3 noch aus? Lorenz Kalka (KSV-Ajax, Oberliga) hat den Belag getestet. Im folgenden Beitrag findet ihr das Testvideo mit Lorenz sowie den schriftlichen Test, in welchem er die Eigenschaften des Tibhar Hybrid MK vorstellt und den Belag auch mit dem Hybrid K3 vergleicht.

Material des Tibhar Hybrid MK

Der Tibhar Hybrid MK Belag wird in einer schwarz-silbernen Kartonverpackung geliefert. Auf deren Rückseite sind ein paar Informationen zu dem Belag aufgeführt.

Das sehr griffige Obergummi ist mit einer dünnen, weißen Folie bedeckt. Im Gegensatz zum Hybrid K3 Belag ist es so gut wie gar nicht klebrig.

Tibhar Hybrid MK schwarzes Obergummi

Der weiße bzw. cremefarbene feinporige Schwamm sieht dem des K3 sehr ähnlich, ist aber etwas grobporiger. Die Schwammhärte ist mit 48° angegeben und damit 5° weicher als beim K3. Der Unterschied ist beim Drücken auf beide Schwämme auch deutlich zu spüren.

Tibhar Hybrid MK Schwamm und Obergummi Querschnitt

Der ungeschnittene Belag wiegt ca. 67 g und damit auch etwas weniger als der K3. Auf meinem Holz (Butterfly Innerforce ALC) zugeschnitten, wiegt der Tibhar Hybrid MK in max ca. 45 g.

Über mich (Lorenz Kalka)

Seit dem achten Lebensjahr ist Tischtennis ein fester Bestandteil meines Lebens. Schnell wurde ich bei meinem ersten Verein Bergmann Borsig besser und konnte C, B, A- Schüler und Jungen Berliner Meisterschaften gewinnen.

Nach meinem Wechsel zu Füchse Berlin wurde ich überregional in der Oberliga und einmalig mit Erfolg in der Regionalliga eingesetzt. Die kommende Saison 2023/24 bestreite ich für den Köpenicker SV Ajax in der Oberliga und einer starken Verbandsliga.

Testverfahren

Ich habe den Tibhar Hybrid MK auf dem Butterfly Innerforce ALC Holz auf beiden Seiten in der Schwammstärke max mehrere Stunden getestet. Anschließend habe ich auch noch einen Belag durch den Hybrid K3 (ebenfalls in max) ausgetauscht, um beide Beläge direkt vergleichen zu können.

Spieleigenschaften des Tibhar Hybrid MK

Erster Eindruck und Kontern

Zunächst muss ich erwähnen, dass der Hybrid MK der erste Hybrid-Belag ist, den ich spiele. Davor habe ich ausschließlich europäische Tensorbeläge gespielt. Daher war ich sehr gespannt, wie sich der Belag spielen wird – und der Eindruck war auch sehr positiv.

Das Kontern mit dem Hybrid MK macht viel Spaß und ist sehr kontrolliert. Das Gute ist, dass sich der Belag sehr linear spielt – wenn man wenig Kraft in den Schlag gibt, kommt auch ein recht langsamer Ball raus und mit höherer Schlaghärte nimmt auch das Tempo des Balles gleichmäßig zu. Zudem ist bei jedem Balltreffpunkt auch ein schöner Sound zu hören.

Topspin

Auch das Topspinspiel mit dem Hybrid MK machte mir von Anfang an viel Spaß.

Hierbei hat sich nie diese Explosivität wie bei einigen europäischen Tensorbelägen oder auch dem Tenergy 05 entwickelt, die man manchmal nicht mehr kontrollieren kann. Dadurch musste ich den Schlägerwinkel beim Topspin aber auch etwas mehr öffnen. Zudem musste ich bei den Vorhand-Topspins, insbesondere aus der Halbdistanz, eine etwas schnellere Bewegung mit noch mehr Körpereinsatz ausführen, damit der Ball nicht ins Netz fällt.

Der Vorteil der katapultarmen Eigenschaft des Hybrid MK ist aber, dass meine Topspins sehr kontrolliert und präzise kamen – sowohl mit der Vorhand als auch mit der Rückhand.

Das Spinpotenzial bei den Topspins war gut, aber ich hatte insgesamt das Gefühl, dass ich mit anderen Belägen mehr Spin produzieren konnte, insbesondere auf der Vorhandseite.

Wenn ich es beim Rückhand-Topspin geschafft habe, dass der Ball gut in den Belag eindringt, konnte ich qualitativ hochwertige Topspins mit viel Power und auch Spin erzeugen.

Blocken

Ähnlich wie der Hybrid K3 ist auch der MK vor allem für das aktive Blockspiel geeignet. Hierbei hatte ich ein sehr gutes Gefühl und konnte das Tempo und die Ballplatzierung sehr gut steuern.

Obwohl das passive Blockspiel ein wenig einfacher ist als mit dem harten K3, sollte man aus meiner Sicht dennoch seinen Schläger nicht einfach hinhalten.

Schupfen

Beim Schupfen musste ich mich zunächst an den Belag gewöhnen, was daran liegt, dass die Bälle bei europäischen Belägen explosiver abspringen. Der MK hat dagegen keinen Katapulteffekt beim Schupfen. Das hat den Vorteil, dass man den Ball gut kontrollieren und sehr flache, präzise Bälle spielen kann, wenn man etwas mehr unter den Ball geht und ihn länger führt.

Wenn man wie ich von europäischen Belägen kommt, benötigt man anfangs aber sicher etwas Übung, um den Ball konstant flach und präzise über das Netz zu spielen.

Flip

Das aktive Spiel über dem Tisch hat mir insgesamt mehr Spaß gemacht als das Kurz-Kurz-Spiel oder auch das lange, aggressive Schupfen.

Bei meinen Flips konnte ich mit einer großen Vorwärtsbewegung viel Power in den Schlag reinstecken. Trotz des hohen Tempos, den ich mit diesen Schlägen erzeugen konnte, blieben die Bälle immer kontrolliert.

Manchmal musste ich aber hier – wie beim Topspin – den Schläger beim Flip etwas mehr öffnen.

Überblick über den Tibhar Hybrid MK


FeatureDetails
MarkeTibhar
ModellTibhar Hybrid MK
SpielausrichtungOffensiv
BelagartNoppen-Innen Hybrid
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / 2,3 mm
Schwammhärtemedium-hard (48°)
Verfügbare Farbenschwarz, rot, blau

Vorteile

  • Sehr gute Kontrolle vor allem im aktiven Spiel
  • Keine störende Katapultentwicklung
  • In der Regel genügend Tempo und ausreichend Spin

Nachteile

  • Maximale Power könnte höher sein
  • Nutzt sich im Vergleich zu Nicht-Hybrid-Belägen schneller ab
  • Recht hoher Preis

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Fazit

Für wen ist der Hybrid MK nun geeignet? Ich würde sagen, dass er sich für Spieler eignet, die zwar sehr offensiv (und auch in der Regel tischnah spielen), aber ihr Spiel einen Tick kontrollierter machen wollen.

Ich persönlich habe nicht mehr Spin oder mehr Power durch den Belag bekommen, aber eine höhere Kontrolle, was mir insbesondere auf der Rückhand sehr gut gefallen hat. Daher kann ich mir sehr gut vorstellen, den Belag auf der Rückhand auch noch länger zu spielen.

Insgesamt fand ich den Belag sehr gut und kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.

Wer noch etwas mehr Power und auch Spinpotenzial braucht, kann sich stattdessen den Tibhar Hybrid K3 anschauen. Dieser spielt sich aber auch etwas anspruchsvoller und weniger kontrolliert als der MK – und auch noch mehr „hybridiger“ als der MK, welcher eher mit den europäischen als mit den chinesischen Belägen vergleichbar ist.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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3 Gedanken zu „Tibhar Hybrid MK: Testbericht von Lorenz Kalka (1964 TTR)“

  1. Nun, es gibt mittlerweile bereits den Hybrid MK Pro von Tibhar, der das gleiche OG hat, aber mit einem 51° Grad harten lilafarbenen Schwamm versehen ist. Er dürfte für manche Spieler der ideale Kompromiss zwischen dem „normalen MK“ und dem K3 sein.

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