Der Victas VO 101 wird von Victas als sehr schneller, gefährlicher Kurznoppen-Belag bezeichnet. Er soll zudem einen hohen Störeffekt und eine sehr flache Ballflugkurve haben. Viele Bewertungen von anderen Spielern sind sehr positiv. Doch hält der Belag, was er verspricht? Ich habe ihn für euch getestet und stelle euch hier meine Eindrücke vor!
Überblick über den Victas VO>101
Belagart | Kurze Noppen |
Marke | Victas |
Spielausrichtung | Offensiv |
Verfügbare Schwammstärken | 1,6 mm / 1,8 mm / 2,0 mm / max |
Schwammhärte | Soft+ (37,5°) |
Noppengeometrie | Vertikale Ausrichtung |
Schwammfarbe | Orange |
Testexemplar | 1,8 mm Holz: Donic Persson Powerallround anderer Belag: Joola Rhyzm 2,0 mm |
Gewicht (ungeschnitten) | 45 Gramm |
Gewicht (geschnitten) | 30 Gramm |
Testverfahren
Den Victas VO>101 habe ich in der Schwammstärke 1,8 mm auf dem Donic Persson Powerallround getestet (vor allem auf der Rückhand). Auf der Vorhand spielte ich den Joola Rhyzm. Die Beläge habe ich mit dem Revolution 3.0 Kleber auf dem Holz befestigt. Getestet habe ich den Victas VO 101 ca. 15 Stunden.
Material des Victas VO 101
Beim Auspacken des Victas VO 101 fiel sofort auf, dass der Belag sehr stark gewellt ist. Das führte auch dazu, dass sich die Belagmontage als schwieriger als bei anderen Belägen herausstellte.
Auffällig ist zudem der orangefarbene, relativ grobporige Schwamm. Dieser ist mit 37,5° ziemlich weich. Die Noppen selber sind gerade, werden nur am unteren Ende ein wenig breiter. Die Oberseite der Noppen ist zudem sehr griffig.
Die Noppen haben einen Durchmesser von ca. 2 mm und sind in vertikaler Richtung angeordnet, wobei sich in horizontaler Richtung 6 Noppen auf 3 cm Belag befinden und in vertikaler Richtung 10 Noppen auf 3 cm.
Spieleigenschaften des Victas VO 101
Erste Eindrücke
Bereits beim Tippen des Balles auf dem montierten Belag konnte man die Schnelligkeit und Dynamik dieser kurzen Noppe erkennen. Im Vergleich zu anderen kurzen Noppen sprang der Ball deutlich höher ab.
Diese Schnelligkeit war beim Einkontern jedoch nicht zu spüren. Von der ersten Sekunde an hatte ich ein sehr gutes Gefühl beim Kontern. Das Gefühl war dabei ähnlich wie mit einem Noppen-Innen-Belag. Auffällig war beim Einkontern zudem, dass mein Partner keinerlei Probleme hatte, den Ball zurückzuspielen.
Kontern, Blocken & Störeffekt
Wie schon erwähnt, ist das Kontern mit dem Victas VO 101 sehr einfach und sicher. Das Tempo ist dabei im mittleren bis höheren Bereich. Ich kann mir vorstellen, dass der Belag in den Schwammstärken 2,0 mm oder MAX noch schneller ist.
In der Schwammstärke 1,8 mm ist die Kontrolle beim Kontern aber sehr hoch. Gleichzeitig haben die Gegner auch keine wirklichen Probleme mit den Bällen. Nur, wenn man den Ball mit korrekter Noppentechnik am optimalen Balltreffpunkt trifft, entwickelt der Belag einen leichten Störeffekt.
Beim Blocken von mittelschnellen Topspins mit mittlerer Rotation war mein erster Eindruck: WOW! Diese Bälle konnte ich mit passiven Blockbällen wirklich ohne Probleme auf den Tisch bringen, selbst wenn ich mal nicht korrekt zum Ball stand. Allerdings hatten meine Gegner auch meistens keine Probleme, den nächsten Ball weiter anzugreifen.
Aktive Blocks sind dagegen schon deutlich gefährlicher, erfordern aber ein gutes Timing und vor allem eine gute Dosierung der eingesetzten Kraft. Insbesondere bei schnelleren Topspins sind meine Blockbälle aufgrund des hohen Katapulteffekts des Belags häufig zu weit geflogen. Sofern diese Blockbälle aber die gegnerische Tischhälfte erreichen, sind sie für den Gegner unangenehm, da sie sehr schnell runterfallen.
Tischnahes Spin- & Schussspiel
Das Schussspiel gehört definitiv zu den Stärken des Victas VO 101. Hier überzeugt der Belag sowohl mit der Vorhand als auch mit der Rückhand.
Auch Angriffsbälle auf Unterschnitt waren ziemlich einfach zu spielen. Spin konnte ich dabei nur sehr wenig erzeugen. Jedoch fielen die Angriffsbälle sehr schnell runter.
Schupfen gehört dagegen definitiv nicht zu den Stärken des VO 101. Das liegt vor allem daran, dass nur wenig Rotation erzeugt werden kann und die meisten Gegner keine Probleme haben, diese Bälle anzugreifen.
Halbdistanz
Für Angriffe aus der Halbdistanz hat der Victas VO 101 genügend Power. Aber letztendlich ist das auf jeden Fall nicht die Königsdisziplin dieses Belags. Was mich aber sehr positiv überrascht hat, ist die Unterschnittabwehr aus der Ferne.
Hierbei war es mir möglich, die Bälle sehr konstant und vor allem sehr kurz und flach zurück auf den Tisch zu bringen. Bei gut getroffenen Bällen war zudem ein ordentlicher Unterschnitt drin. Viele Bälle hatten aber auch nur wenig Rotation und waren daher eine Einladung für den Gegner.
Aufschlag- und Rückschlagspiel
Im Aufschlag- und Rückschlagspiel ist der VO 101 aus meiner Sicht weder besonders gut noch besonders schlecht. Der Belag ist nicht sehr spinempfindlich, weshalb die meisten Aufschläge einfach zurückgespielt werden können.
Das Spinpotenzial bei eigenen Aufschlägen ist dagegen auch nicht besonders hoch. Hier hatte ich mit dem Firestorm beispielsweise einen Belag getestet, der ein höheres Spinpotenzial hatte und bei Aufschlägen deutlich gefährlicher war.
Fazit zum Victas VO>101
Insgesamt muss ich zugeben, dass ich etwas enttäuscht vom Victas VO>101 war. Er war nicht so gefährlich, wie ich erhofft hatte. Insbesondere der Störeffekt war deutlich geringer als erwartet. Das kann jedoch auch daran liegen, dass ich mit dem Dr. Neubauer Killer eine kurze Noppe mit wirklich sehr hohem Störeffekt gewohnt bin.
Auch in Sachen Spinpotential und Kontrolle gibt es aus meiner Sicht bessere Kurznoppenbeläge. Der Materialspezialist Firestorm (auch die Green Edition) ist auch ein sehr schneller Belag, der für mich aber besser zu kontrollieren war und zudem auch ein höheres Spinpotential hatte.
Ich kann somit nicht genau sagen, für den ich den Belag empfehlen würde. Ich habe aber auch andere Testberichte gelesen, die komplett anderer Meinung waren und den Victas VO101 sehr gut fanden. Wenn du also glaubst, dass der Victas VO 101 zu deinen Spielstil passt, dann probiere ihn einfach aus! Ich kann mir vorstellen, dass es einiges an Zeit benötigt, um ihn komplett zu beherrschen. Und dann kann er auch ein sehr gefährlicher Belag sein.
Ähnliche Beiträge
Nittaku Moristo SP Test 2025 | Explosive kurze Noppe (Update)
Sauer & Tröger Zargus Test [Update]: Variable Kurznoppe
Butterfly Challenger Attack Test: Variable klassische Noppe
Die besten günstigen Tischtennisbeläge 2025 (unter 40 Euro)