Xiom Jekyll & Hyde Z52.5 Test (L. Kalka) + Video

Belagart Noppen-Innen (Hybrid?)
Spielausrichtung Offensiv
Schwammhärte 52,5° (hard)
Verfügbare Schwammstärken 2,1 mm
Verfügbare Farben rot, schwarz
Tempo
8
Spin
7
Kontrolle
7.5
Preis-Leistung
6
Gut
71 %
November 2024


Vorteile

  • Gute Kontrolle über dem Tisch
  • Eigendynamik
  • Viel Spin wenn man den Ball gut trifft
  • Gut geeignet für fortgeschrittene Spieler

Nachteile

  • Sehr hoher Preis
  • Geringe Fehlerverzeihung
  • Obergummi weniger klebrig/griffig im Vergleich zum C55
  • Schwammiges Gefühl zu Beginn
  • Nur für fortgeschrittene Spieler mit hohem Trainingsaufwand

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Nachdem wir vor Kurzem bereits den Xiom Jekyll & Hyde C55 getestet haben, werden wir heute einen weiteren Belag aus dieser Serie testen. Es handelt sich um den Jekyll & Hyde Z 52.5. Dieser wurde im Gegensatz zu dem C55 nicht mithilfe künstlicher Intelligenz hergestellt.

Bei dem Jekyll & Hyde Z 52.5 soll es sich um Belag handeln, der speziell für Profi- und ambitionierte Amateurspielern auf höchstem Niveau entwickelt worden ist.

Wir waren gespannt, was dieser Belag zu bieten hat, denn der Preis (knapp 80 € UVP) ist ja nicht ohne. Wir haben uns gefragt, ob der Belag das Geld wirklich wert ist. Getestet wurde der Belag wieder von Lorenz Kalka.

Material des Jekyll & Hyde Z 52.5

Zunächst: Wer sich fragt, was es mit dem besonderen Namen des Belags auf sich hat, der sollte sich den Testbericht zum Jekyll & Hyde C55.0 anschauen.

Die Erklärung, wofür das Z im Namen des Belags steht, findet man auf der Rückseite der Belagverpackung. Das Z steht demnach für eine „individuelle Spezialanfertigung für Nationalspieler“, also für Spieler auf dem absoluten Toplevel.

Die Worte individuell und Spezialanfertigung passen für mich zwar nicht so ganz zu einem Belag, den jeder so von der Stange kaufen kann, aber ich glaube damit ist gemeint, dass jetzt auch dem normalen Tischtennisspieler ein absoluter Profibelag zugänglich gemacht werden soll. Der Preis ist mit 79,90 € auf jeden Fall schonmal sehr sportlich.

Auch wenn man dazu nur schwer eine konkrete Angabe findet, soll es sich bei dem Z 52.5 nach unserer Recherche genau wie bei dem C 55 um einen Hybridbelag handeln. Das würden wir jedoch etwas bezweifeln. Das Obergummi ist sehr griffig, aber im Gegensatz zum C 55 überhaupt nicht klebrig. Zudem wird das Obergummi – im Gegensatz zum C55 – auch nicht von einer Plastikfolie geschützt, sondern es befindet sich nur ein Stück Papier auf dem Belag. Das spricht auch dafür, dass es sich nicht um einen Hybridbelag handelt.

Xiom Jekyll & Hyde Z 52.5 in rot

Der Z 52.5 hat wenig überraschend die Schwammhärte 52,5 und ist damit sehr hart. Den schwarzen Schwamm würde ich als mittelporig bezeichnen. Im Gegensatz zum sehr dichten Schwamm des C55.0, bei dem man quasi gar keine Poren sieht, ist der Z 52.5 auf jeden Fall offenporiger. Das kann man im Folgenden Querschnitt ganz gut sehen (den C55 habe ich in schwarz und den Z 52.5 in rot getestet, auf dem Butterfly Innerforce ALC):

In diesem Bild kann auch gut sehen, dass die Noppengeometrie anders ist im Vergleich zum C55. Die Noppen sind sehr breit und dicht angeordnet und sind auch länger als beim C 55. Die Noppengeometrie ähnelt der des Xiom Vega Pro.

Der Belag ist nur in der Schwammdicke 2,1 in den Farben Rot und Schwarz zu erwerben.

Ungeschnitten wog unser Exemplar 71,2g. Montiert wurde der Belag mit einer Schicht Donic Vario Clean Kleber auf dem Butterfly Innerforce ALC und 2 Schichten Kleber auf dem Belag. Zugeschnitten wog der Belag 47,5g.

Spieleigenschaften des Jekyll & Hyde Z 52.5

Im Vergleich zum super intuitiven Jekyll & Hyde C55 brauchte ich einiges an Eingewöhnungszeit, bis ich die Bälle mit dem Z 52.5 ungefähr spielen konnte, wie ich es wollte. Generell kann ich sagen, dass sich der Belag etwas weicher spielt als die Schwammhärte vermuten lässt. Ich würde ihn eher so auf 49° schätzen.

Interessant war, dass das Grundtempo bei langsameren Schlägen recht gemäßigt war. Bei frontalen Balltreffpunkten wie bei gewöhnlichen Konterbällen kamen die Bälle auch schön gradlinig und präzise aus dem Belag raus.

Aber bei den Topspins haben sich die Bälle zu Beginn schwammig und unkontrolliert angefühlt, wodurch ich auch immer verkrampfter mit meiner Technik wurde. Yannick Sprengel hat mit dann den Tipp gegeben, etwas lockerer zu bleiben und nicht ganz viel Power in den Ball hineinzugeben. Das hatte einen richtigen Aha-Effekt zu Folge.

Der Ball ist angenehm in den Schläger eingesunken und entwickelte bei lockeren Schlägen eine schöne Eigendynamik, wodurch die Bälle deutlich sicherer auf dem Tisch angekommen sind. Der Spin war dabei gut, aber doch geringer als beim leicht klebrigen C55. In Kombination mit dem eher geradlinigen Ballabsprung fand ich es daher schwerer, qualitativ hochwertige Topspins mit Flugkurve und Spin zu spielen.

Auch beim Topspin auf Unterschnitt habe ich teilweise die leicht klebrige Oberfläche des C55 vermisst. Besonders wenn die Bälle etwas feuchter sind, hilft diese Oberfläche sehr, spinvolle Bälle sicher auf den Tisch zu spielen, da der Ball nicht die Haftung auf dem Belag verliert.

Beim Spinblock und generell im Blockspiel muss ich sagen, dass es mir anfangs schwer fiel, den Belag zu kontrollieren. Es fiel mir ebenfalls schwer, auch mal einen schnellen Kickblock oder Gegentopspin zu spielen. Teilweise sind die Bälle hinter dem Tisch ins Aus geflogen und teilweise auch deutlich im Netz hängengeblieben. Da hat der C55 im Vergleich doch schon deutlich besser performt.

Aufschläge waren in Ordnung. Da der Belag nicht besonders katapultig ist, fand ich es nicht schwer, kurze Aufschläge mit Spin zu spielen. Generell funktionierte das Kurz-Kurz-Spiel auch recht gut. Bei Aufschlägen fehlte mir jedoch etwas der Spin-Kick. Bei Rückschlägen habe ich gemerkt, dass der Belag schon recht spinanfällig ist. Hier steht er im Gegensatz zu beispielsweise dem Tibhar Hybrid MK, der nur wenig Spin annimmt.

Fazit zum Jekyll & Hyde Z 52.5

Insgesamt muss ich sagen, dass der Jekyll & Hyde Z 52.5 auf jeden Fall ein Premiumbelag ist, mich aber nach einigen Teststunden leider nicht überzeugen konnte.

Ich glaube, dass wenn man dem Z 52.5 Zeit gibt und mehrere Wochen damit intensiv trainiert (wozu ich leider keine Zeit hatte), sich sein Potenzial noch entfalten kann. Allerdings ist der Belag auf jeden Fall nur für Spieler geeignet, die fortgeschritten sind und eine gute Technik haben sowie sehr offensiv spielen.

Vor allem ist der Z 52.5 seinen sehr hohen Preis meiner Meinung nach nicht wert. In diesem Preisbereich gibt es andere Beläge, die besser auch ohne Eingewöhnungszeit performen und dazu meistens sogar noch (deutlich) günstiger sind.

Bei Gelegenheit wird Johannes den Belag auch noch testen und seine Eindrücke dann noch hier ergänzen.

Lorenz begann bereits mit sieben Jahren Tischtennis zu spielen. Es dauerte keine drei Trainingseinheiten, da war er schon Feuer und Flamme für den Sport. Durch Talent und Fleiß konnte er in allen Altersklassen die Berliner Einzelmeisterschaften gewinnen. Über die Jahre haben mehrere A-Lizenztrainer intensiv an seiner Technik gefeilt und ihm wertvolle, individuelle Tipps und Tricks mit auf den Weg gegeben. Nun möchte er sein angesammeltes Know-How mit den motivierten Spielern unter Euch teilen.

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