Butterfly Impartial XB vs. XS: Der Kurznoppen-Vergleich

Im Artikel geht es (endlich) und zwei weitere kurze Noppen von Butterfly. Mit dem Butterfly Challenger Attack habe ich vor über 2 Jahren bereits eine klassische Butterfly-Noppe getestet. Nun geht es um den Impartial XS sowie den Impartial XB, zwei modernere kurze Noppen, die gemeinsam 2017 auf den Markt kamen.

Was diese Noppen „können“ und für wen sie geeignet sein könnten, erfahrt ihr im folgenden Review.

Material der Impartial XS und XB Noppen

Der Hauptunterschied zwischen den Noppen des Butterfly Impartial XB (Extra Balance) und XS (Extra Spin) liegt in ihrer geometrischen Ausrichtung und Länge.

Die technischen Unterschiede

Merkmal Impartial XB (Extra Balance)Impartial XS (Extra Spin)
NoppenausrichtungVertikalHorizontal
Noppenlängesehr kurzEtwas länger als beim XB, aber auch sehr kurz
FormKegelstumpf-Basis mit zylindrischem OberteilDurchgehend kegelstumpfförmig
Oberflächegeriffeltauch geriffelt, ggfs etwas weniger
DichteMittlere NoppendichteHohe Noppendichte

Beide nutzen denselben weißen, weichen High-Tension-Schwamm (ca. 30° Butterfly Skala 0 ca. 40° in europäischer Skala), sodass der Unterschied rein beim Obergummi liegt.

Erhältlich sind beide Beläge in den Schwammstärken 1,7 mm, 19 mm, 2.1 mm und 2,3 mm jeweils in rot und schwarz. Preislich liegen beide Beläge derzeit bei 49,90 € (UVP) Getestet habe ich beide Beläge in 1,9 mm in schwarz auf dem Yasaka Sweden Extra.

Spieleigenschaften der Impartial XS und XB Noppen

Fangen wir dem Impartial XB an, da ich diesen zuerst getestet habe.
Im ersten Eindruck war ich sehr überrascht von dem Belag. Ich hätte nicht erwartet, dass er so schnell und auch spinnig ist. Ich musste meinen Schlägerwinkel recht stark schließen, damit die Bälle auf den Tisch kommen. insbesondere am Anfang flogen mir dennoch einige Bälle zu weit, gerade beim Schupfen.

Überraschend für mich war auch, dass beim Kontern und Blocken so gut wie kein Störeffekt zu sehen war. Da ich meine Noppe auch zum Stören verwenden will, war für mich somit klar, dass sie nicht für mich geeignet ist. Zumindest nicht in 1,9 mm. Allerdings gibt es nur noch eine etwas dünnere Schwammstärke: 1,7 mm. Ich glaube nicht dass der Unterschied da sehr groß sein wird.

Insgesamt ist es ein Belag, der durch den ziemlich modernen Tensorschwamm ziemlich schnell ist und für Anfänger auch in 1,9 mm vielleicht nicht einfach zu kontrollieren ist. Insofern stimmt die Belagbeschreibung, dass es ein Kurznoppenbelag mit „besonders hoher Dynamik“ ist.

Wenn man den Schwamm aber nicht aktiviert, z.B. bei passiven Blocks, kann man auch mal einen langsamen Ball spielen oder es kann auch passieren, dass der Ball einfach runter ins Netz fällt. Aber ich denke mir etwas Anpassung und Training sollte der Belag gut zu kontrollieren sein. Das habe ich bereits bei den Rückschlägen gemerkt. Auch spinnige Aufschläge konnte ich bereits am Ende des ersten Trainingsabends sehr konstant und präzise zurückspielen, wenn ich leicht über den Ball gegangen bin.

Insgesamt ist der Belag denke ich aber vor allem für erfahrene Offensivspieler geeignet. Für ein variables Kurznoppenspiel eher weniger, dafür ist er zu schnell und der Ballabsprung zu hoch. Zudem ist fast kein Störeffekt zu merken.

Nun zum Impartial XS. Hierbei soll es sich laut Beschreibung um den spinnigeren Belag handeln, der aber auch dynamisch sein soll.

Und das habe ich direkt bei den ersten Bällen gemerkt, von denen mit einige wieder zu weit geflogen sind. Ich würde sagen das Tempo ist noch etwas höher als beim XB. Ebenso der Spin. Gerade beim Aufschlag, aber auch beim Schupfen und auch beim „Topspin“ merkte ich einen etwas höheren Spin. Allerdings ist es nicht die spinnigste kurze Noppe, die ich bislang getestet habe. Beispielsweise der Spinfire Soft ist noch rotationsreicher.

Der Störeffekt ist beim Impartial XS noch geringer als beim XB. Während beim XB die Bälle zumindest ab und zu leicht flattern oder ein wenig beim Blocken stehen bleiben, war das beim XS bei meinem Test nie der Fall. Er spielte sich fast wie ein Noppen-Innen-Belag, aber mit weniger Spin.

Meine Bewertungen:

Merkmal Impartial XB (Extra Balance)Impartial XS (Extra Spin)
Tempo88,5
Spin6,57
Kontrolle87,5
Störeffekt31,5
Preis-Leistung7,57,5

Fazit

Zusammenfassend kann ich sagen, dass beide Beläge, sowohl der Butterfly Impartial XB als auch der Impartial XS aus meiner Sicht nur für ein Offensivspiel geeignet sind und auch eher für fortgeschrittene Spieler, da beide Beläge nicht langsam sind und aus meiner Sicht auch nicht ganz einfach zu kontrollieren sind, selbst auf meinem Yasaka Sweden Extra, welches ein eher kontrolliertes Holz ist. Gerade im Vergleich zu klassischen Noppen wie auch dem Butterfly Challenger Attack sind diese beiden Noppen überdurchschnittlich spinanfällig und schnell und dadurch nicht ganz so einfach zu beherrschen.

Beide Beläge benötigen auf jeden Fall Umgewöhnung und Training, wenn man von einer störenderen kurzen Noppe kommt. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Impartial XB und vor allem auch der XS gut für Umsteiger von Noppe Innen auf kurze Noppe geeignet sind.

Im Vergleich zum XB ist der XS noch etwas dynamischer und auch spinniger. Störeffekt haben beide Beläge fast gar nicht, nur der Impartial XB ein wenig.

Johannes spielt seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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