Joola Dynaryz Inferno Test: Hohe Explosivität? (L. Kalka)

Belagart Noppen-Innen (Tensor)
Spielausrichtung Offensiv
Schwammhärte hart (50°)
Verfügbare Schwammstärken 2,0 mm / max+
Verfügbare Farben rot, schwarz, lila
Tempo
9
Spin
6
Kontrolle
4
Qualität
6.5
Haltbarkeit
6.5
Preis-Leistung
5.5
Gut
63 %
Januar 2024


Vorteile

  • Hohe Durchschlagskraft
  • Sehr hohes SpinPOTENZIAL
  • Gut für direktes Spiel

Nachteile

  • Wenig Gefühl und Kontrolle durch hohe Obergummispannung
  • Sehr hoher Preis

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Der Joola Dynaryz Inferno wird von Joola als einer der schnellsten, explosivsten Beläge beschrieben. Gemeinsam mit dem Joola Dynaryz ZGX (welchen wir auch getestet haben), kam dieser Belag Mitte 2023 als Ergänzung der beliebten Dynaryz Serie auf den Markt und ist der teuerste von allen Dynaryz Belägen mit dem stolzen Herstellerpreis von knapp 70 €. Insgesamt sind die Dynaryz Beläge nicht gerade günstig. Ab 62 € ist man hier dabei.

Das Besondere an dem Dynaryz Inferno soll das brandneue „Kinetic Tension“ Obergummi sein, welches besonders griffig sein soll und perfekt für schnelle Topspins sein soll. Der schwamm soll von der „Hyper Bounce Sponge“-Technologie profitieren.

Doch wie performt der Belag wirklich?

Getestet wurde der Belag von Lorenz Kalka (Oberligaspieler), gemeinsam mit Roy Affeldt, dem Berliner Vizemeister der Herren 2023. Getestet hat er den Belag in maximaler Schwammstärke (max+) in rot. Im Folgenden findet ihr seinen Testbericht.

Joola Dynaryz Inferno Testvideo

Folgt in Kürze

Material des Joola Dynaryz Inferno

Geliefert wird der Belag in einer sehr schicken, rot-schwarz-goldenen, glänzenden Verpackung, die auch durch das abgebildete Feuer schon Lust auf mehr macht.

Joola Dynaryz Inferno

Der Belag ist in den Schwammstärken 2,0 mm und max+ erhältlich. Joola macht zwar keine genauen Angaben, wie dick max+ genau ist, aber auf anderen Seiten ist von 2,3 mm die Rede.

Das rote Obergummi ist sehr griffig, aber nicht klebrig. Laut Joola soll es sich um ein besonderes, neuartiges Kinetic Tension Obergummi handeln. Es ist recht dünn, wodurch mehr Spielraum für den dickeren Schwamm ist.

Auf der Rückseite der Verpackung sind – wie bei Joola üblich – einige technische Informationen zum Belag angegeben: Die Noppenhöhe beträgt 1 mm, die Noppen habe eine Breite von 1,6 mm (genau wie die Noppen des Joola Dynaryz ZGX) und der Abstand zwischen den Noppen beträgt 0,7 mm, was ein mittlerer Wert ist.

Ebenfalls sind Angaben zu den Spieldaten gemacht: Der Belag wird als extrem schnell (10/10) mit sehr hohem Spin (9/10), hoher Präzision (8/10), mittelhoher bis hoher Ballflugkurve (6,5/10) und insgesamt wird der Inferno einem sehr offensiven Spielstil zugeordnet.

Das Auffällige ist jedoch der – für die Dynaryz Beläge typische – lilafarbene Hyper Bounce Schwamm. Mit 50° ist der Schwamm hart. Er ist zudem sehr großporig, ähnlich großporig wie der Schwamm des Dynaryz CMD. Im Vergleich zum noch etwas härteren Dynaryz ZGX (links im Bild) erscheint der Schwamm noch etwas grobporiger bzw. kleinere Abstände zwischen den Poren zu haben (der Dynaryz ZGX wiegt auch etwas mehr):

Joola Dynaryz Inferno und Dynaryz ZXG Schwämme

Über mich (Lorenz Kalka)

Seit dem achten Lebensjahr ist Tischtennis ein fester Bestandteil meines Lebens. Schnell wurde ich bei meinem ersten Verein Bergmann Borsig besser und konnte C, B, A- Schüler und Jungen Berliner Meisterschaften gewinnen.

Nach meinem Wechsel zu Füchse Berlin wurde ich überregional in der Oberliga und einmalig mit Erfolg in der Regionalliga eingesetzt. Die aktuelle Saison 2023/24 bestreite ich für den Köpenicker SV Ajax in der Oberliga und einer starken Verbandsliga.

Testverfahren

Ich habe den Joola Dynaryz Inferno auf dem Butterfly Innerforce ALC Holz in der Schwammstärke max+ getestet. Auf der anderen Seite testete ich den Joola Dynaryz ZGX in schwarz, ebenfalls in der Schwammstärke max.

Ungeschnitten wiegt der Dynaryz Inferno in der Schwammstärke max+ 69 Gramm. Zugeschnitten auf dem Butterfly Innerforce ALC wiegt er nur rund 48 Gramm.

Spieleindrücke

Bei Vorhand Konterbällen bin ich mit dem Inferno zu Beginn gar nicht klargekommen. Ich habe die hohe Spannung, unter der das Obergummi steht, stark gemerkt. Durch diese fühlte sich der Belag Anfang fast wie eine Betonplatte auf dem Schläger an.

Das Obergummi verhindert das Eindringen in den Belag komplett, weshalb super viel Gefühl verloren geht. Bei den Spinbällen (sowohl Vorhand als auch Rückhand) ist es anfangs so gut wie gar nicht möglich, gefühlvolle Topspins zu spielen.

Die Bälle fallen oft runter, weil der Ball nicht wirklich in den Schwamm eindringen kann.

Insgesamt konnte ich mich aber mit der Rückhand aber schneller auf die Eigenschaften des Infernos einstellen als mit der Vorhand und insgesamt hat er mir auch dort deutlich besser gefallen.

Auch bei den Unterschnittbällen fällt es mir etwas schwerer, Positives zu sagen. Der Belag hat zwar eine sehr hohe Griffigkeit, aber durch die hohe Obergummispannung ist der Ball viel zu schneller wieder vom Schläger weg, um kontrollierte Schupfbälle mit viel Qualität erzeugen zu können.

Genau das gilt leider auch bei den Aufschlägen.

Überblick über den Dynaryz Inferno


FeatureDetails
ModellJoola Dynaryz Inferno
Erscheinungsjahr2023
SpielausrichtungOffensiv
BelagartNoppen-Innen
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / max+ (2,3 mm)
Schwammhärtehard (50°)
Verfügbare Farbenschwarz, rot, lila

Vorteile

  • Hohe Durchschlagskraft
  • Sehr hohes SpinPOTENZIAL
  • Gut für direktes Spiel

Nachteile

  • Wenig Gefühl und Kontrolle durch hohe Obergummispannung
  • Sehr hoher Preis

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Fazit zum Dynaryz Inferno

Wie man bereits an den Bewertungen oben sieht, fällt das Fazit zum Dynaryz Inferno leider nicht so gut aus und insgesamt war der Belag für mich nichts.

Trotzdem könnte der Belag für einige Spieler passend sein. Ich bin ein Spieler, der seinen Schläger immer relativ locker hält und das Gefühl, das mir mein Schläger am Balltreffpunkt vermittelt, auch braucht. Spieler, die ihren Schläger immer sehr fest greifen und auch schnelle, kurze Bewegungen sicher ausführen können, könnten Gefallen an den Belag finden.

Allerdings finde ich, dass der Belag trotzdem sein Ziel verfehlt und das ist es, bei dem durchschnittlichen bis fortgeschrittenen Tischtennisspieler mehr Sicherheit und Qualität in die Schläge zu bringen. Ich finde, Joola hat mit dem Dynaryz Inferno einen Belag rausgebracht, der vielleicht viel mehr Power als die meisten anderen Beläge erzeugen könnte, aber zumindest mein Spiel komplett unsicher gemacht hat.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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