Nittaku Moristo SP Test 2024 | Explosive kurze Noppe

Belagart Kurze Noppe
Spielausrichtung Offensiv
Verfügbare Schwammstärken 1,4 mm / 1,8 mm / 2,0 mm / max
Schwammhärte soft (ca. 30°)
Noppengeometrie Vertikale Ausrichtung, konisch, Oberfläche leicht geriffelt
Testexemplar 1,8 mm schwarz
Gewicht (ungeschnitten) 48 g
Gewicht (geschnitten auf 157x150cm Holz) 34 g
Tempo
8.5
Kontrolle
7
Spin
7.5
Störeffekt
3
Qualität/Haltbarkeit
9
Preis-Leistung
8
Gut
43 /60
Oktober 2023

Vorteile

  • Hohe Explosivität
  • Aktives Blockspiel
  • Kontern und Schießen
  • Unterschnittabwehr
  • Kurzes Spiel

Nachteile

  • Fast kein Störeffekt
  • Passives Spiel
  • Nicht fehlerverzeihend

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Der Nittaku Moristo SP ist der Kurznoppenbelag der japanischen Weltklassespielerin Mima Ito. Sie spielt diesen Belag von Nittaku auf der Rückhand für ein offensives Konter- und Schussspiel.

Doch wie spielt sich diese kurze Noppe für „gewöhnliche“ Bezirksligaspieler wie mich? Ich habe sie getestet und stelle dir in diesem Testbericht die Eigenschaften des Nittaku Moristo SP vor!

Material des Nittaku Moristo SP + Testverfahren

Diese Kurznoppe ist in 4 Schwammstärken verfügbar: 1,4 mm, 1,8 mm, 2,0 mm und max. Ich habe den Belag in der Schwammstärke 1,8 mm („thick“) in schwarz getestet.

Der Nittaku Moristo SP wurde in einer „explosiven“ roten Verpackung geliefert. Auf der Rückseite stehen ein paar Informationen zum Belag.

Ungeschnitten wiegt mein Exemplar 48 g und zugeschnitten auf mein Butterfly Zhang Jike Super ZLC ca. 34 g. Den Belag habe ich mit dem Revolution 3.0 Kleber auf dem Holz montiert. Später habe ich den Belag noch ausgiebig auf dem Nittaku Septear Holz getestet und auf diesem Holz auch bei vielen Punktspielen gespielt.

Der beigefarbene feinporige Schwamm riecht ganz leicht süßlich nach Booster. Mit ca. 30° ist der Schwamm sehr weich. Beim Drucktest würde ich den Schwamm aber als etwas härter einstufen. Es handelt sich zudem um einen Tensorschwamm, der unter Vorspannung steht.

Beim Dotz-Test ist erkennbar, dass der Belag einen spürbaren Katapulteffekt hat und auch Spin erzeugen kann (aber etwas weniger als beispielsweise der Donic Baxster F1-A).

Die auf der Oberfläche leicht geriffelte Noppen sind zunächst gerade, werden ab der Mitte bis nach unten aber breiter, sind hier also konisch geformt. Für kurze Noppen sehen sie zudem sehr lang aus.

Der Nittaku Moristo SP ist ein Kurznoppenbelag mit vertikaler Noppenausrichtung. In horizontaler Richtung befinden sich 6 Noppen auf 3 cm Belag und in vertikaler Richtung 10 Noppen pro 3 cm. Die Noppen sind mittelbreit, aber für eine kurze Noppe ziemlich hoch.

Ich habe den Nittaku Moristo SP ungefähr 20 Stunden im Training getestet.

Spieleigenschaften des Nittaku Moristo SP

Erste Eindrücke und Kontern

Die ersten Eindrücke mit dem Nittaku Moristo waren sehr gut. Von dem Donic Baxster F1-A kommend hatte ich keine beim Kontern keinerlei Umgewöhnungsschwierigkeiten. Das Kontern mit dem Nittaku Moristo ist sehr einfach und relativ noppen-innen-ähnlich.

Obwohl die Schwammhärte mit 30° offiziell sehr weich ist, fühlt sich der Belag beim Schlagen definitiv härter an.

Ein Störeffekt war beim Kontern nicht zu erkennen. Der Ball konnte aber gut platziert und das Tempo gut gesteuert werden. Das Grundtempo des Nittaku Moristo SP würde ich als recht hoch einstufen.

Schussspiel

Ich habe bereits viele Videos von Mima Ito gesehen, in denen sie mit ihrer Kurznoppe mit einer nur kleinen Handgelenksbewegung einen schnellen und gefährlichen flachen Rückhand Konter bzw. Schuss spielt.

Das wollte ich auch ausprobieren. Und es hat zunächst beängstigend gut funktioniert. Wenn ich den Ball wirklich am höchsten Punkt getroffen habe und möglichst auch am oberen Teil des Schlägers, dann konnte ich mit einer kurzen Bewegung aus Unterarm und Handgelenk einen sehr schnellen Ball spielen. Oft haben meine Trainingspartner diesen Ball gar nicht mehr berührt, obwohl sie eigentlich (fast) an der richtigen Stelle standen.

Das gelang sowohl auf Konterbälle bzw. leere Bälle als auch auf Unterschnittbälle des Gegners. Mit einer kurzen schnellen Bewegung und offenem Schlägerblatt kann „durch den Spin“ geschlagen werden.

Aber, mit der Zeit wurde deutlich, dass ich den Ball wirklich zum perfekten Zeitpunkt und mit genau der richtigen Schlagbewegung und Schlägerwinkel treffen musste. Wenn ich mal etwas schlechter zum Ball stand, ging der Ball gleich ins Netz oder ins Aus.

Teilweise fühlte ich mich aus diesem Grund sogar ein bisschen weiter weg vom Tisch wohler, wo ich etwas mehr Zeit hatte und aufgrund des hohen Tempos des Belags trotzdem gefährliche Schüsse spielen konnte. Aber das ist ja eigentlich nicht der Zweck einer kurzen Noppe…

Hohe Schüsse fühlten sich mit dem Nittaku Moristo SP insgesamt recht gut an. Die Kontrolle war gut (wenn auch ein etwas schwammiges Gefühl dabei war) und ich konnte vor allem sehr schnelle Bälle spielen.

Blocken

Ich bin immer sehr gespannt, wie sich eine kurze Noppe im Blockspiel verhält, da es hier sehr große Unterschiede gibt. Insbesondere beim passiven Blocken haben viele kurze Noppen ihre Schwäche. Und so leider auch der Nittaku Moristo SP.

Man sollte den Ball mit dieser Noppe immer etwas aktiv spielen. Eine kurze Handgelenksbewegung reicht schon, aber wenn man den Schläger auf einen spinnigen, mittelschnellen Topspin nur hinhält, springt der Ball irgendwo hin, aber nicht auf die gegnerische Plattenhälfte (und wenn doch, dann ist der Ball so ungefährlich, dass er vom Gegner „getötet“ werden kann).

Aktive Blocks fühlten sich mit dem Moristo SP aber ziemlich gut an. Man sollte hier aber versuchen, den Ball wirklich am höchsten Punkt seiner Flugbahn zu treffen. Zudem muss man das Tempo des Schlags gut dosieren, da der Belag schnell ist und die Bälle dadurch schnell mal zu lang werden können.

Ein Störeffekt war bei dem Moristo in der Schwammstärke 1,8 mm nur in geringem Maß zu erkennen. Es kommt ganz darauf an, wie man den Ball trifft. Bei einem sehr zentralen Treffpunkt kann der Ball schon recht flach und eklig für den Gegner abspringen. Man kann mit dem Moristo aber auch noppen-innen-ähnlicher spielen und bei diesen Schlägen ist dann kein Störeffekt erkennbar.

Topspins

Topspins sind auf jeden Fall nicht die Paradedisziplin einer kurzen Noppe. Dennoch gibt es kurze Noppen, die mehr oder weniger gut für Topspins geeignet sind.

Der Nittaku Moristo SP ist leicht griffig und ich konnte mit ihm auch schnellere „Topspins“ sowohl tischnah als auch aus der Habdistanz spielen. Diese waren aufgrund des fehlendes Spins aber nicht so gefährlich wie härtere und platzierte Schüsse.

Wenn der Gegner den „Topspin“ aber nur recht passiv zurückblockt, kann man mit dem Moristo SP sehr gut nachgehen und den Punkt machen, indem man beispielsweise den nächsten Ball einschießt.

Schupfen und Unterschnittabwehr

Auch bei defensiven Schlägen wie Schupfbällen oder gar der Unterschnittabwehr hat mich der Nittaku Moristo SP überzeugt. In tischnahen Schupfbällen ist zwar nicht viel Spin drin, diese sind aber sehr kontrolliert und springen nicht so hoch ab. Generell war das Schupfen recht ähnlich wie mit einem noppen-innen-Belag. Ich war auch in der Lage, sehr kurze Schupfbälle und Drop-Shops zu spielen. Hier fühlte sich der Belag gut kontrolliert an, da der Katapult nicht einsetzt. Allerdings ist die Handgelenksbewegung wichtig. Einige Bälle flogen mir zu weit, weil ich den Schläger nur zu passiv hingehalten habe.

In der Unterschnittabwehr konnte ich sogar sehr viel Spin erzeugen. Und obwohl ich kein Abwehrspieler bin und das auch nur selten trainiere, kamen die Bälle recht konstant auf den Tisch.

Bei anderen Kurznoppen wie dem Donic Baxster F1-A hatte ich in der Regel Probleme dabei, einen Toppspinball mit viel Spin abzuwehren. Hier sprangen die Bälle meistens viel zu hoch ab. Bei dem Nittaku Moristo SP war das überraschenderweise nicht der Fall. Die Bälle kamen auch bei dem zweiten oder dritten Abwehrball in Folge nicht nur sehr spinnig, sondern auch flach.

Aufschlag- und Rückschlagspiel

Das Aufschlag- und Rückschlagspiel war in Ordnung, aber nicht überragend. Generell spiele ich Aufschläge lieber mit meinem glatten Belag, da ich mit diesem mehr Spin(variationen) spielen kann. Auch mit dem Nittaku Moristo konnte ich etwas Spin erzeugen, aber nur eher wenig.

Bei Rückschlägen gilt wie oben schon erwähnt, dass man den Belag aktiv spielen sollte. Dann kann man auch gefährliche Bälle spielen. Flips gehen sehr einfach, da der Belag nicht spinanfällig ist

Fazit

Alles in allem bin ich mit dem Nittaku Moristo SP ziemlich zufrieden. Es ist eine gute Noppe für ein typisches kurze Noppen Konter-, Block und Schussspiel. Allerdings nicht für Anfänger, sondern für eher erfahrene Kurznoppenspieler, da man den Ball immer zum richtigen Zeitpunkt (am höchsten Punkt) treffen muss und es eine sehr schnelle kurze Noppe ist, auch in der Schwammstärke 1,8 mm (ich will nicht wissen, wie sie sch in maximaler Schwammstärke spielt…).

Andere kurze Noppen sind da etwas gutmütiger, wenn man nicht perfekt zum Ball steht. Wenn du den Ball sehr gut triffst, belohnt dich der Nittaku Moristo SP aber mit einem gefährlichen, schnellen Ball. Ein Störeffekt ist bei dem Nittaku Moristo SP nur bei sehr gutem, zentralem Balltreffpunkt zu erkennen. Sie ist aber meiner Meinung nach auch nicht als Störnoppe gedacht, sondern als Noppe, mit der man vor allem über Tempo(-wechsel), Spinwechsel und Platzierung punkten kann.

Positiv anzumerken ist, dass sich der Belag insgesamt recht variabel und auch kontrolliert spielt, solange man eine aktive Schlagbewegung macht. Er ist nicht besonders spinanfällig, was im Rückschlagspiel und auch bei einer topspinartigen Eröffnung hilft und selbst die Unterschnittabwehr aus der Halbdistanz ist möglich.

Wenn du also ein eher fortgeschrittener, erfahrener Kurznoppenspieler bist, der eine gute Beinarbeit und Technik hat und bereit ist, Trainingszeit zu investieren, um sich mit dieser Noppe vertraut zu machen, dann kann der Nittaku Moristo SP für dich geeignet sein.

Ich persönlich fand den Donic Baxster F1-A für mein Spiel besser geeignet. Er war für mich einfacher zu kontrollieren (da auch etwas langsamer) und zeichnet sich auch durch einen etwas höheren Störeffekt aus.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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