Nittaku Septear Test: Tempo und Gefühl vereint

Das Nittaku Septear Holz verbreitet sich in unserem Verein gerade wie ein Lauffeuer. Ein Spieler spielt es seit ungefähr einem Jahr und ein paar andere durften es jetzt von ihm testen und fanden es so gut, dass sie es gekauft haben. Auch ich habe das Nittaku Septear mit verschiedenen Belagkombinationen getestet.

Bei dem Holz handelt es sich (wie der Name vermuten lässt) um ein siebenschichtiges Holz. Es ist ein Vollholz, das nur aus Kiso Hinoki Holz hergestellt wird. Doch welche Eigenschaften hat es noch und warum ist es so beliebt? Mit diesen Fragen habe ich mich beim Testen beschäftigt und stelle in diesem Artikel meine Erkenntnisse vor.


FeatureDetails
ModellNittaku Septear
TypVollholz
Furniere7 (nur Kiso Hinoki)
SpielausrichtungOffensive
Maße157×150 mm
Blattdicke7 mm
GewichtCa. 85 Gramm
Verfügbare GriffformenKonkav, Gerade
TestexemplarGerader Griff, 82g

Vorteile

  • Sehr hochwertige Verarbeitung
  • Vergleichsweise leicht
  • Sehr gutes Ballgefühl
  • Hohes Tempo

Nachteile

  • Kein gutes Gefühl in Kombination mit weichen Belägen
  • Katapult kann für Anfänger zu hoch und unberechenbar sein
  • Kantige Griffunterseite und Flügel

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Material des Nittaku Septear Holz

Das Nittaku Septear wird in einer Pappverpackung geliefert.

Das Nittaku Septear Holz in seiner Verpackung auf einem Holztisch liegend

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dem Nittaku Septear um ein siebenschichtiges Kiso-Hinoki Holz.

Hinoki ist ein sehr leichtes und schnelles Holz, das in Japan wächst. Kiso Hinoki ist eine bestimmte Art dieses Holzes, die nur an einem bestimmten Ort in Japan wächst und damit sehr selten und auch recht teuer ist.

Das Septear besteht ausschließlich aus Kiso Hinoki Holz, was es alleine deshalb zu einem sehr besonderen Holz macht.

Man erkennt, dass die inneren 3 Lagen deutlich dicker sind als die äußeren.

Der siebenschichtige Aufbau des Nittaku Septear Holzes: 7 Schichten Kiso Hinoki

Die Schlägerblätter unserer Hölzer haben die Maße 157 x 150 mm, wobei auf der offiziellen Nittaku Webseite eigentlich 158 x 150 mm angegeben sind. Als Holzdicke wird 6,7 mm angegeben, unsere sind aber ca. 7 mm dick.

Für ein siebenschichtiges und so dickes Holz ist das Septear sehr leicht. Das durchschnittliche Gewicht wird mit 85 Gramm angegeben, mein Exemplar mit geradem Griff wiegt nur rund 82 Gramm, ein anderes mit geradem Griff 83 Gramm und eins mit konkavem Griff 84 Gramm.

Ich habe mich zwar für den geraden Griff entschieden, welcher abgerundet ist und mir sehr gut in der Hand liegt. Der Griff ist ein paar Millimeter länger als üblich, was das gesamte Holz etwas größer erscheinen lässt. Man sieht und spürt, dass das ganze Holz sehr hochwertig verarbeitet ist.

Auf der Unterseite des Griffes befindet sich das Nittaku Metallemblem (bei den Hölzern mit geradem Griff in Gold, bei dem Holz mit konkavem Griff in Silber). Aufpassen sollte man, dass der Rand der Griffunterseite etwas scharf ist. Auch die Flügel am Übergang zum Schlägerblatt sind recht scharf und leider nicht abgerundet wie andere Hölzer. Ich musste an diesen Stellen selber nachschleifen.

Nittaku Septear Griffunterseite: Metallschild mit "Made in Japan"

Testverfahren

Ich habe das Nittaku Septear Holz in verschiedenen Kombination getestet: Mit dem Tibhar Evolution MX-P und dem Tibhar Evolution FX-D (jeweils Schwammstärke 1,9-2,0 mm), dem Butterfly Tenergy 19 und dem Tenergy 25 fx (jeweils 1,9 mm) und dem Tibhar Evolution MX-P 50 (2,2 mm) und dem Donic Acuda S1 Turbo.

Diese erste Kombination wurde uns übrigens vom polnischen Tischtennisprofi Lucjan Błaszczyk empfohlen, welcher auch jahrelang „nur“ mit einem Vollholz und keinem Carbon gespielt hat und damit sehr erfolgreich war.

Spieleigenschaften des Nittaku Septear

Erste Eindrücke

Direkt bei den ersten Schlägen habe ich gemerkt, wie einfach sich das Nittaku Septear spielen lässt. Es bietet sehr angenehmes, weiches Ballgefühl. Alle Spieler aus unserem Verein, die das Holz getestet haben, haben das bestätigt: Das Gefühl ist wirklich traumhaft.

Das Holz scheint leicht kopflastig zu sein, aber insgesamt sehr gut ausgewogen. Es sind leichte Vibrationen zu spüren, welche mich aber nicht gestört haben und für eine bessere Ballrückmeldung sorgen.

Geschwindigkeit

Das Holz fühlt sich ziemlich schnell an, aber nie unkontrolliert schnell. Die Geschwindigkeit würde ich zwischen Off- und Off einstufen. Bei eher langsam ausgeführten Schlägen ist auch die Geschwindigkeit des Balles nicht besonders hoch, aber wenn man schneller schlägt, steigt das Tempo deutlich. Das Hinoki Holz unterstützt die Eigendynamik der Beläge.

Auch für harte Schüsse ist das Septear gut geeignet und überzeugt mit Tempo und Präzision – zumindest mit recht harten Belägen.

Spin

Das Nittaku Septear ist ein weiches, mittelsteifes Holz, welches eine hohe Verweildauer bietet und daher sehr gut zur Erzeugung von Spin ist. In der Tat konnte ich bei meinem Topspins, aber vor allem auch bei Unterschnittbällen, etwas mehr Spin aus üblich erzeugen.

Das Holz überzeugte mich vor allem bei mittelschnellen, spinnigen und platzierten Topspins. Auch die Topspineröffnung auf Unterschnitt war sehr einfach. Bei härter geschlagenen Topspins und Schüsse hat das Nittaku Septear meiner Meinung nach genügend Power, insbesondere in Kombination mit recht schnellen, mittelharten bis harten Belägen.

Blocken

Wo mir das Holz zudem besonders positiv aufgefallen ist, ist beim Blocken. Ich würde sagen, es ist eines der besten „Blockhölzer“, mit dem ich gespielt habe. Vor allem aktive Blockbälle lassen sich sehr gut platzieren. Bei passiven Blockbällen hilft der Katapulteffekt des Hinoki Holzes, den Ball zurück auf den Tisch zu bringen.

Aufschläge

Auch bei Aufschlägen hat mir das Gefühl des Nittaku Septear sehr gut gefallen. Bei Bedarf konnte ich sehr kurz und spinnig oder auch sehr lang, schnell und spinnig aufschlagen.

Kritikpunkte zum Nittaku Septear?

Was gibt es Negatives über das Septear zu sagen? Tatsächlich fällt mir da nicht viel ein. Für einige Spieler wird es sicherlich zu weich und katapultig sein. Insbesondere in Kombination mit weichen Belägen soll das Holz eine schlechte Ballrückmeldung bieten, haben andere Spieler berichtet.

Ich habe es zwar nicht mit weichen Belägen gespielt, kann aber bestätigen, dass die Kombination mit medium- bis harten Belägen wie dem Evolution MX-P (auch die harte Version) und FX-D sehr gut passt!

Fazit zum Nittaku Septear

Abschließend kann ich sagen, dass mich das Nittaku Septear nicht nur einige Spieler aus unserem Verein, sondern auch mich wirklich überzeugt hat. Es ist ein sehr gutes, hochwertiges Vollholz, welches Gefühl, Spin und Power vereint.

Einer meiner größten Bedenken war, dass ich mit dem Nittaku Septear zu wenig Power erzeugen kann, da es sich nicht um ein Carbonholz handelt und ich die letzten Jahre mit dem Butterfly Zhang Jike Super Super ZLC ein wirklich schnelles Holz gespielt habe. Meiner Meinung nach hat es in Kombination mit schnelleren Belägen wie dem Evolution MX-P, dem Evolution MX-P 50, dem Evolution FX-D ausreichend Power für die allermeisten Spieler.

Ich würde das Nittaku Septear Spielern auf mittlerem Niveau empfehlen, die ein leichtes, spinniges und katapultiges Vollholz für ein variables Offensivspiel suchen. Der Preis ist nicht gering, aber auch nicht besonders hoch und aus meiner Sicht mehr als gerechtfertigt.

Ich werde das Holz auf jeden Fall weiter testen und wahrscheinlich auch meine nächsten Punktspiele damit bestreiten!

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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2 Gedanken zu „Nittaku Septear Test: Tempo und Gefühl vereint“

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