Tibhar Evolution FX-S Test: Eigenschaften & Vergleiche

Der Tibhar Evolution FX-S ist 2016 als Ergänzung der sehr beliebten Evolution Belagreihe auf den Markt gekommen. Er soll eine weichere, spinnigere Version des EL-S sein. Zudem soll der Belag der Nachfolger des Evolution FX-P sein.

Ich habe den Belag in der Schwammstärke 1,9-2,0 mm getestet und stelle dir in diesem Bericht die Eigenschaften des Tibhar Evolution FX-S vor. Zudem vergleiche ich ihn mit anderen beliebten Belägen der Evolution Reihe.

Überblick über den Tibhar Evolution FX-S


FeatureDetails
MarkeTibhar
ModellTibhar Evolution FX-S
SpielstilOffensiv
TypNoppen-Innen
SchwammhärteSoft+ (~42,0°)
Verfügbare Schwammstärken1,5-1,6 mm / 1,7-1,8 mm / 1,9 – 2,0 mm / 2,1 – 2,2 mm

Vorteile

  • Spinpotenzial bei weichen Topspins
  • Ideal für kontrollierte Offensive
  • Fehlerverzeihend

Nachteile

  • Rotation bei Aufschlägen
  • Power bei Endschlägen

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Material des Tibhar Evolution FX-S

Tibhar Evolution FX-S schwarzes Obergummi

Das Obergummi des FX-S ist eher matt und ohne Klebrigkeit, aber sehr griffig. Der hellrote Schwamm des FX-S hat große Poren, ähnlich wie der Evolution FX-P beispielsweise. Laut Tibhar hat der Schwamm eine Härte von ungefähr 42°. Damit ist er weicher als der EL-S, welcher eine Schwammhärte von ca. 44,8° hat und auch weicher als der FX-D.

Tibhar Evolution FX-S grobporiger Schwamm

Zugeschnitten auf ein Nittaku Septear Holz wiegt der Belag in der Schwammstärke 1,9-2,0 mm nur ca. 43 Gramm. Der härtere EL-S ist ein paar Gramm schwerer. Zudem habe ich den Belag auch noch auf dem Donic Waldner Senso Carbon Holz getestet.

Bevor ich zu den Spieleigenschaften des Evolution FX-S komme, zunächst eine kurze Erläuterung, wofür das FX-S überhaupt steht. S steht für Spin. Demgegenüber gibt es auch Evolution-Beläge mit einem P wie Power, wie bei dem Evolution MX-P oder auch dem FX-P.

Der FX-S ist eine weichere Version des MX-S. Beide Beläge sind auf Spin ausgelegt, der MX-S ist aber deutlich härter (das MX steht für „maximum„). Das FX steht dagegen für „flexibel„.

In der Mitte zwischen MX und FX gibt es noch EL. Das EL steht für „elastisch“. Die EL-Beläge liegen von der Schwammhärte zwischen dem MX und dem FX.

Neu sind zudem die -D Beläge, welche es inzwischen auch in allen 3 Varianten (FX, EL und MX) gibt. Das D steht für Dynamik.

Spieleigenschaften des Tibhar Evolution FX-S

Erste Eindrücke

Im Vergleich zum älteren Evolution FX-P ist der Evolution FX-S etwas härter und so spielt er sich auch. Das Anschlaggefühl ist eher wie bei einem Medium-Belag als bei einem Soft-Belag. Die ersten Bälle zeigen, dass der Belag viel Power hat und auf jeden Fall auch schneller ist als der FX-P. Die Kontrolle beim Kontern war sehr gut.

Topspin und Schuss

Im Topspinspiel hat mich der Evolution FX-S überzeugt. Die Topspineröffnung war einfach und es gab auch einen spürbaren Katapulteffekt, sodass auch mittelschnell ausgeführte Schläge ein ordentliches Tempo bekamen.

Der Ballabsprung bei Topspins scheint flach bis mittelhoch zu sein und ich fand es sehr einfach, Spin zu erzeugen. Im Vergleich zum Evolution MX-P schien der FX-S bei Topspins fehlerverzeihender zu sein. Ich musste nicht immer perfekt zum Ball stehen.

Für härtere Topspins sowie Topspins aus der Halbdistanz und Schüsse hat der Belag genügend Power, diese ist aber spürbar geringer als beim MX-P oder auch dem EL-S. Zudem ist der Belag nicht so gut für ganz harte Schläge geeignet. Hier kann der Schwamm zu stark komprimiert werden und der Ball auf das Holz durchschlagen.

Generell war er für mein Spiel für die Vorhand etwas zu weich. Hier bevorzuge ich medium-harte Beläge wie den Evolution MX-P.

Blocken

Das Blockspiel ist eine Paradedisziplin des Evolution FX-S. Sowohl aktive als auch passive Blockbälle fühlten sich sicher und kontrolliert an. Hier hat mich der Belag ähnlich gut wie der FX-D überzeugt, wobei dieser bei aktiven Blocks noch etwas gefährlicher ist.

Aufschlag und Rückschlag

Bei Aufschlägen konnte ich nicht ganz so viel Spin erzeugen wie mit Belägen wie dem MX-P oder dem FX-D.

Bei Rückschlägen sollte man eher aktiver über den Ball gehen, da sonst der Katapulteffekt einsetzt und der Ball manchmal unkontrolliert abspringt, auch aufgrund der recht hohen Spinanfälligkeit.

Auch kurze Rückschläge waren nicht immer einfach aufgrund des einsetzenden Katapults. Sehr gut war der FX-S dagegen bei Flips.

Fazit

Alles in allem ist der Tibhar Evolution FX-S ein toller Belag für kontrollbewusste Allround- und Offensivspieler, die fehlerverzeihende, spinorientierte Beläge bevorzugen. Mir persönlich hat – vor allem für die Vorhand – ein wenig Power und Dynamik bei härteren Schlägen gefehlt, sodass ich für erfahrenere Offensivspieler für die aktivere Seite eher etwas härtere Beläge wie den Evolution MX-P, den FX-D oder auch den EL-S empfehlen würde.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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4 Gedanken zu „Tibhar Evolution FX-S Test: Eigenschaften & Vergleiche“

  1. Hi Johannes,
    Denkst du der Belag würde sich als „Upgrade“ zum Victas V15 Limber eignen?
    Habe den Belag nun zwei Saisons auf der Vorhand gespielt und bin eigentlich sehr zufrieden, würde nun aber vielleicht auf einen Belag wechseln der von den Eigenschaften und der Kontrolle ähnlich ist, aber etwas mehr Spin und Power bietet. Alternativ fände ich auch den Baracuda Big Slam von Donic recht interessant auch wenn ich nicht genau weiß wie man diesen im Vergleich zum Limber einordnen kann.
    Liebe Grüße Jakob

    Antworten
    • Hi Jakob,
      leider kann ich dir da nicht richtig weiterhelfen. Den V15 Limber habe ich noch nicht richtig testen können. Von den Kritiken, die ich gelesen habe, würde ich aber schon sagen, dass der FX-S ein ganz gutes Upgrade zum Limber sein könnte. Auch den Baracuda Big Slam hab ich noch nicht gespielt (aber den Desto F3 Big Slam, der recht ähnlich sein sollte), aber ich denke, dass der auf jeden Fall zu weich sein sollte und (insbesondere von der Power her) kein Upgrade zum V15 Limber darstellt. Ein logisches Upgrade zum V15 Limber könnte aber auch der V15 Stiff sein oder? Ist 5 Grad härter als der V15 Limber. Oder hast du den schon gespielt?

      Was ich dir ansonsten vielleicht noch empfehlen könnte ist der Donic Bluestorm Z3. Auf jeden Fall ein Top Belag, wobei ich leider nicht genau sagen kann, ob es wirklich ein Upgrade zum Limber ist, da ich diesen wie gesagt noch nicht gespielt habe. Sorry 🙁
      Viele Grüße
      Johannes

      Antworten
      • Kein Problem. Bin durch deine Reviews überhaupt erst auf meine aktuellen Beläge gekommen und war mit diesen sehr zufrieden. Den Stiff hatte ich vor der Saison mal getestet, war mir damals aber noch etwas zu hart und zu schnell. Generell mag ich das weiche Spielgefühl des Limber und spiele eher Spin und nicht so Tempo orientiert. Mich hätte halt interessiert wie „schnell“ bzw spinreich der Limber im Verhältnis zu anderen Belägen dieser Kategorie bzw. Härtegrad ist (Fxs, Bluestorm z3 oder auch R42). Vielleicht könnte ich den Limber auch einfach in Max probieren🤔
        Liebe Grüße Jakob

        Antworten
        • Hi, ja ein Upgrade der Schwammstärke wäre natürlich eine Option und kann schon einen Unterschied machen!
          Ansonsten könnte ich auch noch den Tibhar Aurus Soft empfehlen, den hatte ich früher mal eine kurze Zeit als Vorhand-Wettkampfbelag gespielt. Der ist aber mMn etwas katapultiger als der FX-S und spielt sich auch etwas härter als dieser. Wenn du das weiche Gefühl des V15 Limber magst und auch eher spinorientiert bist (und tischnah spielst), könnte der FX-S ggfs besser geeignet sein oder halt der Bluestorm.
          Viel Spaß beim Ausprobieren, kannst ja auch gerne dann mal berichten 🙂
          LG Johannes

          Antworten

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